Narrenzunft Riedwächter e.V.
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Geschichte

"Marten vom Ried"

Schon Mitte des 12. Jahrhunderts hören wir zum ersten Mal in den Urkunden vom Blumberger Ried und dem dort gelegenen Steppacher Hof.
Eine einsame, geheimnisumwitterte Gegend, die jeder Ortsfremde möglichst mied oder sich führen ließ. Man erzählt, daß so mancher, der das schwankende Ried überqueren wollte, nie sein Ziel erreichte.
Vermutlich schon die Römer versuchten die gefährlichen Sumpflöcher mit Knüppeldämmen zu überbrücken, aber nach kurzer Zeit versanken auch diese wieder in der feuchten Tiefe. Erst mit dem Bau des Oberen Weiherdammes Anfang des 16. Jahrhunderts wurde eine sichere Überquerung des Riedes möglich.

Kein Wunder, daß dieser unwirtlichen Gegend die geheimnisvollsten Mächte zugesprochen wurden. Die Geister der Verstorbenen sollten die Wanderer vom einzig sicheren Wege weglocken, unerklärliche Lichter verführten den Neugierigen zum Suchen und geheimnisvolle Töne ließen die Händler, die von Schaffhausen mit allerlei Waren in die Baar zogen, erschaudern.
Immer wieder hörte man von schlimmen Ausgängen nächtlicher Riedüberquerungen, vor allen dann, wenn die gefürchteten Nebel sich wieder über die Riedgegend legten. Zu jener Zeit lebte am Stoberg ein Köhler namens Joseph Marten. Er betrieb dort seine Holzkohlenmeiler. Rauchgeschwärzt an Händen und Gesicht, mit wilder Haarmähne, im Winter mit Fellen gegen die klirrende Baarkälte geschützt, sah er furchterregend aus. Sollte sich der scheue Mann schon mal in den kleinen Flecken Blumberg wagen, liefen die Kinder vor Angst schreiend davon.
Deshalb zog er meist die Einsamkeit des dem Sumpfe gegenübergelegenden Stobergwaldes vor. Obwohl er so furchterregend aussah, haue er ein freundliches und hilfsbereites Wesen. Hörte er nachts die Hilferufe der vom rechten Wege im Ried abgekommenen Wanderer und Händler, hatte er schnell Seile bereit um den in Not Geratenen zu helfen.

So geheimnisvoll wie er auftauchte, verschwand er auch immer wieder. Nie wollte er irgendwelchen Dank. Eine genaue Beschreibung von ihm konnte kaum jemand geben. Nur an die wilde Haarmähne und seinen dichten Winterpelz
erinnerten sich einige.Es ist nicht überliefert, wie vielen Menschen Joseph Matten aus ärgster Bedrängnis geholfen hat, aber bei abendlichen Erzählungen an knisternden Kachelöfen gedachte man seiner immer gern. Hier wurde er stets nur „Marten vom Ried“ genannt.

Zur Erinnerung an diesen seltsamen Mann nennt sich heute eine Blumberger Fastnachtsgruppe


„Die Riedwächter“

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